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Sechs Bahá’í im Iran verhaftet – österreichische Bahá’í-Gemeinde alarmiert


16. December 2008




Wien/Teheran – Im Iran wurden im Zuge von Razzien mindestens sechs Bahá’í, darunter eine Frau, verhaftet. Nach Berichten aus dem Iran hatten Sicherheitskräfte am 14.Jänner 2009 elf Wohnungen von Bahá’í in Teheran gestürmt und dabei unter anderem Bahá’í-Literatur und Computers konfisziert. Die österreichische Bahá’í-Gemeinde ist ob dieser jüngsten Verhaftungen alarmiert.

 

„Das ist ein weiterer schwerer Schlag gegen die größte religiöse Minderheit im Iran“, sagte Ottilie Käfer, Pressesprecherin der Bahá’í-Religionsgemeinschaft in Österreich. Sie verweist auf die im März bzw. Mai 2008 erfolgte Verhaftung von sieben führenden Bahá’í, die sich im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran befinden und denen weiterhin jeglicher Rechtsbeistand verweigert wird.

 

Unter den Verhafteten befindet sich auch Frau Jinous Sobhani, die als Assistentin in der Organisation “Verteidigung von Minenopfern“ und für das „Zentrum der Verteidiger der Menschenrechte“ in Teheran arbeitete. Beide Organisationen wurden von der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi gegründet.

 

In einem CNN Interview vom 15.Jänner 2009 sagte Shirin Ebadi, dass Jinous Sobhani von beiden Organisationen freigestellt worden war, nachdem Regierungsbeamte die Büros von Shirin Ebadi durchsucht und im Dezember geschlossen hatten.

 

Berichte bestätigen, dass am 14.Jänner in Teheran folgende Bahá’í verhaftet wurden: Jinous Sobhani, Shahrokh Taefi, Didar Raoufi, Payam Aghsani und Aziz Samandari. Ein weiterer Bahá’í, Golshan Sobhani, wurde ebenfalls verhaftet, aber später wieder frei gelassen.

 

Bedrohliche Menschenrechtslage im Iran

 

"Die jüngste Verhaftung von Bahá’í spiegelt nicht nur die bedrohliche Lage der Bahá’í im Iran wider, sondern auch die Menschenrechtssituation dort schlechthin" sagte Diane Ala'i, Repräsentantin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf. "So weit wir wissen, wurden diese Leute verhaftet, weil sie Bahá’í sind”, betonte sie.

Die UNO-Generalversammlung hat in einer, auch von Österreich mitgetragenen Resolution vom 18.Dezember 2008 ihre tiefe Besorgnis über die gravierenden Menschenrechtsverletzungen im Iran und die dort zunehmende Diskriminierung von Minderheiten einschließlich der Bahá’í zum Ausdruck gebracht.

 

Für den Inhalt verantwortlich:

Büro für externe Angelegenheiten der

Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich

 

Rückfragen: Ottilie Käfer, Handy 0664 3202927, E-Mail office.ea@at.bahai.org

 


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