Hollywood-Legende Russ Garcia begeisterte mit Friedenskonzert30. January 2009 Ried im Innkreis – Der weltbekannte Filmkomponist Russell Garcia begeisterte das Publikum bei einem Friedenskonzert, das er vor kurzem in Ried in Oberösterreich mit einem dort ansässigen Chor aufführte. Das von ihm komponierte Stück mit dem Titel „Ein Weg zu Frieden“ ist von den Bahá’í-Lehren inspiriert. Fotos und Zitate, die an die Rückwand der Bühne projiziert wurden, verdeutlichten die Zustände, die Frieden verhindern, sowie Ideen und Prinzipien, die Frieden fördern. "Meine Frau und ich schrieben dieses Stück, weil wir es für sehr wichtig halten, dass die Menschen diese Zusammenhänge verstehen" sagte 93-jährige Russell Garcia, der als Komponist und Dirigent in Hollywood arbeitete und im Zuge einer Welttournee nun nach Österreich kam.
Er schrieb die Musik für über hundert Hollywood Filme, so für den Kultfilm der 1960er-Jahre Die Zeitmaschine sowie für mehrere Fernsehserien einschließlich Bonanza und arbeitete mit Persönlichkeiten wie Orson Welles, Judy Garland und Ronald Reagan. Er orchestrierte die Oscar gekrönte Melodie des Charlie Chaplin Films Lichter der Großstadt (Limelight) und arrangierte und dirigierte für viele hervorragende Sängerinnen und Musiker wie Ella Fitzgerald und Louis Armstrong. Er schrieb auch Musik für Marlon Brando und Sophia Loren.
"Wir freuen uns, dass er hier ist. Wichtig ist auch, dass seine Show wichtige Einsichten vermittelt“, sagte Dr.Faramarz Farid, ein österreichischer Bahá’í, der das Konzert mitorganisierte. "Jeder hält Frieden für wichtig, aber viele wissen nicht, wie man Frieden schaffen könnte", so Dr. Farid. "Als Bahá’í sind wir davon überzeugt, dass wir die Lösung anbieten können und darum geht es in der Show: dass Bahá'u'lláh uns den Weg gezeigt hat, der zu Frieden führt."
„Krieg ist doppelter Selbstmord“
Am Anfang des Stückes, das etwa 30 Minuten dauert, steht ein Zitat von Albert Einstein: "Krieg ist doppelter Selbstmord – bei Krieg gewinnt niemand." Dann folgen Bahá’í-Texte aus der "Friedensbotschaft", die 1985 vom Universalen Haus der Gerechtigkeit verfasst wurde.
Russell Garcia erläuterte, dass er und seine Frau Gina neun Hauptprinzipien der Botschaft in das Stück integrierten. Prinzipien, die Frieden fördern, wie beispielsweise die Gleichwertigkeit der Geschlechter und die Beseitigung extremen Reichtums und Armut.
"Die Musik ist sehr friedlich", sagte Arnold Renhardt, der Direktor des 17 Personen zählenden Chors, der bei dem Konzert auftrat. "Ich denke auch, dass die Botschaft wichtig ist: Wenn wir Menschen es wollen, dann können wir friedlich zusammen leben."
Gottfried Tischler, der katholischen Religionsunterricht an eine Schule in Ried unterrichtet und nicht Bahá’í ist, wurde gebeten, einige Zitate bei der Aufführung vorzulesen und hat dies gerne übernommen. "Ich finde, solche Veranstaltungen sind wichtig, denn selbst wenn nur zehn Menschen die Ideen verinnerlichen, dann ist schon viel gewonnen: nicht nur sie selbst werden davon profitieren, sondern auch andere, denen sie davon erzählen."
Die bunte Vielfalt des Publikums beeindruckte Gottfried Tischler: „Von manchen Gästen hätte ich nie vermutet, dass sie zu einem solchen Konzert kommen", sagte er und fügte hinzu, dass er sich noch lange an das Lied "Glory in that you love all people" erinnern würde.
In Nachbarschaft mit Hundertwasser
Russ und Gina Garcia wurden 1955 Bahá’í und arbeiten seither daran, die Lehren Bahá'u'lláhs zu verbreiten. Beide stammen aus den USA. 1969 zogen sie nach Neuseeland. Grundstücksnachbar der Garcias in Kerikeri in Neuseeland war der Maler Friedrich Hundertwasser, der öfters bei ihnen zu Gast war und mit dem sie auch wertvolle Gespräche über den Bahá’í-Glauben führen konnten.
"Wir haben unsere Lebensenergie dafür eingesetzt, an der Verbesserung der Welt mitzuarbeiten", sagte Russ Garcia. "Ich bekomme noch immer so viele Arbeitsangebote, dass ich einen Teil ablehnen muss." |
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