Sorge um das Leben inhaftierter Bahá’í im Iran06. August 2008 Bahá’í weisen jüngste Anschuldigungen subversiver Tätigkeit im Iran zurück
Wien/New York - Die österreichische Bahá’í-Gemeinde ist alarmiert über jüngste Meldungen iranischer Zeitungen, die über die Gründe der Inhaftierung von sieben führenden Bahá’í berichten. Demnach hätten diese Bahá’í, die im März und im Mai überfallsartig vom iranischen Geheimdienst verhaftet wurden, „gestanden“, eine „illegale“ Organisation mit Verbindung zu Israel betrieben zu haben.
Die Berichte iranischer Zeitungen verweisen dabei auf entsprechende Erklärungen des Stellvertretenden Generalstaatsanwalts für Sicherheit am Islamischen Revolutionsgerichtshof in Teheran, Hasan Haddad. „Wir weisen diese Behauptung, wonach die Bahá’í in irgend einer subversiven Tätigkeit engagiert wären, auf das Schärfste zurück. Die Bahá’í-Gemeinde im Iran ist in keiner Weise in politischen Aktivitäten involviert,“ betonte Ottilie Käfer, Sprecherin der österreichischen Bahá’í-Gemeinde. Ihr einziges „Verbrechen“ sei die Ausübung ihrer Religion. Auch die bei den Vereinten Nationen in New York als NGO akkreditierte Internationale Bahá’í-Gemeinde weist diese Anschuldigungen vehement zurück.
„Die Schwere dieser Behauptungen lässt uns um das Leben dieser sieben Bahá’í fürchten,“ äußert sich die Sprecherin besorgt. Die österreichische Bahá’í-Gemeinde hat sich bereits um Hilfe für die im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran inhaftierten Bahá’í, darunter zwei Frauen, gewandt. Die Verhaftung der sieben Bahá’í, welche die notwendigsten Aktivitäten der iranischen Bahá’í-Gemeinde koordinierten, gleicht der Festnahme der damaligen Bahá’í-Führung in den 1980er Jahren, deren Mitglieder verschleppt und später ohne jeden Prozess liquidiert wurden.
Verzerrung historischer Tatsachen
Dass sich dass Bahá’í-Weltzentrum in Israel befindet, wird von der iranischen Regierung mit Absicht falsch dargestellt, um die Bahá’í des „Zionismus“ zu beschuldigen. Sie ignoriert dabei vollkommen die historische Tatsache, dass das Zentrum des Bahá’í-Glaubens bis 1853 der Iran war, bevor die iranischen Behörden den Religionsstifter Bahá’u’lláh verbannten, der schließlich in Akka eingekerkert wurde, das sich im damaligen osmanischen Herrschaftsgebiet befand und im heutigen Staat Israel befindet.
Viele Bahá’í im Iran – einschließlich die sieben Mitglieder des Koordinationskomitees vor ihrer Inhaftierung – wurden häufig über ihre Aktivitäten von den Behörden befragt. „Die Bahá’í haben nichts zu verbergen und sind stets bemüht, diese Fragen aufrichtig zu beantworten,“ sagte die Sprecherin. Den sieben inhaftierten Bahá’í wird weiterhin jeglicher Rechtsbeistand verweigert. Seit ihrer Verhaftung durften sie nur einige Telefonate, jedes nicht mehr als ein bis zwei Minuten dauernd, mit ihren Familien führen.
Für den Inhalt verantwortlich: Büro für externe Angelegenheiten der Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich
Rückfragen: Ottilie Käfer, Handy 0664 3202927, E-Mail office.ea@at.bahai.org |
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