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Heilige Bahá’í-Stätten werden Weltkulturerbe


11. July 2008


Schrein des Báb, Bahá'í-Weltzentrum, Haifa, Israel. Foto: Marco Abrar www.bahaipictures.com
Schrein des Báb, Bahá'í-Weltzentrum, Haifa, Israel. Foto: Marco Abrar www.bahaipictures.com


Quebec/Haifa/Wien – Die UNESCO hat bei einer Sitzung im kanadischen Quebec 27 neue Stätten zum Kultur- oder Naturerbe erklärt. Darunter sind auch zwei heilige Stätten der Bahá’í in Israel, zeigt sich auch die österreichische Bahá’í-Gemeinde über diese Anerkennung erfreut.

Es handelt sich dabei um das Grabmal des Báb am Berg Karmel in Haifa und die letzte Ruhestätte von Bahá’u’lláh in der Nähe von Akka. Der Báb und Bahá’u’lláh sind die Stifter der Bahá’í-Religion, die um die Mitte des 19.Jahrhunderts in Persien entstand und heute weltweit über fünf Millionen Anhänger zählt.

 

Durch die Entscheidung des UNESCO Welterbe-Komitees auf seiner Tagung vom 2. bis 10. Juli 2008 in Quebec wurden zwei der heiligsten Stätten der Bahá’í in das Verzeichnis der international anerkannten Stätten aufgenommen, wie zuvor auch die Große Mauer in China, die ägyptischen Pyramiden, der Taj Mahal oder Stonehenge. Die beiden Bahá’í-Grabstätten seien von herausragendem universellen Wert, befand das Welterbe-Komitee.

 

Bahá’í im Iran verfolgt

 

„Der Anerkennung kommt gerade in einer Zeit große Bedeutung zu, da die Bahá’í im Ursprungsland ihres Glaubens, dem Iran, massiven Verfolgungen ausgesetzt sind“, sagte die Sprecherin der österreichischen Bahá’í-Gemeinde, Ottilie Käfer. Unter Verfolgungen hatte der junge Glaube schon von Anfang an zu leiden. Der Báb wurde aufgrund seiner religiösen Überzeugung am 9. Juli 1850 in der iranischen Stadt Tabris hingerichtet. Seine sterblichen Überreste sind in dem Schrein auf dem Berg Karmel in Haifa beigesetzt. Bahá’u’lláh wurde von den islamischen Machthabern in die damalige osmanische Gefängnissstadt Akka verbannt. Er starb 1892 und wurde im benachbarten Bahji beigesetzt.

 

Das Welterbe-Verzeichnis enthält auch andere religiöse Stätten mit internationaler Bedeutung wie den Vatikan, die Altstadt von Jerusalem und die Ruine der vor kurzem zerstörten buddhistischen Bamiyan Statuen in Afghanistan. Die Bahá’í-Gabmäler sind jedoch die ersten Stätten mit einer religiösen Tradition, die in der Neuzeit entstanden sind, die in das UNESCO-Verzeichnis aufgenommen wurden.

 

Schrein Bahá’u’lláhs - Gebetsrichtung für Bahá’í weltweit

 

Die Bahá’í glauben, dass sowohl Bahá’u'lláh als auch der Báb wie bereits zuvor Abraham, Moses, Jesus Christus oder Mohammed Gottesoffenbarer waren. Ihre Ruhestätten sind Pilgerorte für eine religiöse Gemeinschaft mit etwa fünf Millionen Gläubigen. Der Schrein Bahá’u’lláhs ist der Bezugspunkt für das tägliche Gebet der Bahá’í auf der ganzen Welt, ähnlich wie die Klagemauer in Jerusalem für die Juden und die Kaaba in Mekka für Moslems.

 

Bemerkenswert an den beiden Schreinen sind die sie umgebenden angelegten Gärten, die Gestaltungselemente vieler Kulturen harmonisch miteinander verbinden. Zusätzlich zu den Bahá’í-Pilgern werden sie jedes Jahr von hunderttausenden Touristen besucht.

 

Israel schlug Nominierung vor

 

Albert Lincoln, Generalsekretär der Internationalen Bahá’í-Gemeinde, sagte anlässlich der Entscheidung: “Wir begrüßen die Anerkennung der UNESCO, die die Wichtigkeit der heiligen Stätten einer Religion hervorheben, welche sich innerhalb von 150 Jahren von einer kleinen Gruppe von Anhängern im Nahen Osten zu einer weltweiten Gemeinde mit Gläubigen in praktisch jedem Land entwickelt hat. Die Bahá’í-Gemeinde ist der Regierung Israels besonders dankbar dafür, dass sie die Nominierung vorgeschlagen hat.”

 

Das Verzeichnis der Welterbe-Stätten wurde von der UNESCO im Jahr 1972 initiiert, um Kultur- und Naturstätten „mit herausragender universaler Bedeutung“ zu identifizieren, zu schützen und zu erhalten.

 

Bisher haben 184 Staaten das Welterbe-Abkommen unterzeichnet, welches die allgemeinen Kriterien zur Aufnahme in das Verzeichnis festlegen. Mehr als 850 Stätten, darunter auch Naturgebiete wie der Serengeti in Ostafrika und das Great Barrier Reef in Autralien wurden in das Verzeichnis aufgenommen.

Das Welterbe-Komitee setzt sich aus 21 Unterzeichner-Staaten des Welterbe-Abkommens zusammen. Es tritt einmal jährlich im Heimatland des Vorsitzenden zusammen. In diesem Jahr ist Dr. Christina Cameron aus Kanada Vorsitzende und das Treffen fand daher in Quebec statt, welches selbst ebenfalls Welterbe ist und wo derzeit die 400-Jahrfeierlichkeiten der Stadt abgehalten werden.

 

Für den Inhalt verantwortlich:

Büro für externe Angelegenheiten der

Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich

 

Rückfragen: Ottilie Käfer, Handy 0664 3202927, E-Mail otti.kaefer@tele2.at








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