Nobelpreisträgerinnen fordern Freilassung inhaftierter Bahá’í im Iran08. July 2008 Dr. Shirin Ebadi, Prof. Jody Williams, Prof. Wangari Muta Maathai, Betty Williams, Rigoberta Menchu Tum, Mairead Corrigan Maguire New York/Wien – Sechs Friedensnobelpreisträgerinnen haben in einem offenen Brief an die iranische Führung die Freilassung von sieben in Teheran inhaftierten führenden Bahá’í gefordert.
“Mit Bestürzung haben wir von der Verhaftung von sechs prominenten Bahá’í am 14.Mai 2008 erfahren“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung, in der die Inhaftierten namentlich angeführt werden: Frau Fariba Kamalabadi, Herr Jamaloddin Khanjani, Herr Afif Naeimi, Herr Saeid Rezaie, Herr Behrouz Tavakkoli und Herr Vahid Tizfahm -Mitglieder der informellen Gruppe genannt die “Freunde im Iran” und Koordinatoren der Aktivitäten der Bahá’í-Gemeinde im Iran. Die Erklärung verweist auf das ungewisse Schicksal einer weiteren führenden Bahá’í, Frau Mahvash Sabet, die sich seit 5. März 2008 in Haft befindet. „Wir bekunden tiefste Sorge über die zunehmende Gefährdung und Verfolgung der iranischen Bahá’í-Gemeinde. Wir fordern die iranische Regierung auf, die Sicherheit dieser Personen zu gewährleisten und sie sofort und bedingungslos freizulassen,“ betonen die Friedensnobelpreisträgerinnen in ihrer gemeinsamen Stellungnahme, die mit dem Briefkopf der „Nobelpreis Frauen Initiative“ versehen ist.
Die Erklärung haben unterzeichnet:
Betty Williams und Mairead Corrigan Maguire, Gründerinnen der Peace People in Nord Irland und Friedensnobelpreisträgerinnen im Jahr 1976;
Rigoberta Menchu Tum, führende Verfechterin ethno-kultureller Aussöhnung in ihrem Heimatland Guatemala und Nobelpreisträgerin im Jahr 1992;
Professor Jody Williams, internationale Vorkämpferin für das Verbot von Landminen, Nobelpreisträgerin 1997;
die iranischen Menschenrechtsanwältin Dr. Shirin Ebadi, Nobelpreisträgerin 2003;
die kenianische Umweltaktivistin Professor Wangari Muta Maathai, Nobelpreisträgerin 2004.
“Wir sind diesen international bekannten Aktivistinnen dankbar, dass sie sich für die Freilassung unserer Mit-Bahá’í einsetzen, die ausschließlich aufgrund ihrer Religion verhaftet wurden,” sagte Bani Dugal, Hauptrepräsentantin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York. . Die „Nobelpreis Frauen Initiative“ wurde 2006 von den sechs Nobelpreisträgerinnen, die Nordamerika, Lateinamerika, Europa, den Nahen Osten und Afrika repräsentieren, gegründet, um durch Zusammenarbeit mit Frauen in der ganzen Welt zum Friedensprozess beizutragen. Das Büro der Nobelpreis Fraueninitiative befindet sich in Ottawa, Kanada.
Nationalratspräsidentin Prammer appelliert an iranischen Parlamentspräsidenten
Auch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer fordert die Freilassung der sieben inhaftierten Bahá’í. Sie hat auf einen entsprechenden Appell der Delegierten der Nationaltagung der österreichischen Bahá’í-Gemeinde positiv geantwortet, wie die Pressesprecherin der österreichischen Bahá’í-Gemeinde, Ottilie Käfer, sagte.
In ihrem Schreiben vom 10.Juni 2008 teilte Nationalratspräsidentin Prammer mit, dass sie den Appell in Absprache mit dem Bundeskanzler zum Anlass genommen habe, in einem Schreiben an den neu gewählten Parlamentspräsidenten des Iran, Ali Larijani, im Gleichklang mit der Erklärung der EU vom 21.Mai 2008 ihre ernste Besorgnis angesichts der anhaltenden systematischen Diskriminierung und Schikanierung der Bahá’í im Iran aus Gründen ihrer Religionszugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen und den Iran aufzufordern, das Recht auf freie Religionswahl und –ausübung uneingeschränkt zu wahren, die Verfolgung der Bahá’í-Gemeinde zu beenden sowie die inhaftierten Bahá’í umgehend frei zu lassen.
Für den Inhalt verantwortlich: Büro für externe Angelegenheiten der Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich
Rückfragen: Ottilie Käfer, Handy 0664 320 29 27; E-Mail otti.kaefer@tele2.at |
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