Österreichische Bahá’í-Gemeinde alarmiert: Drei Bahá’í in Iran verhaftet03. February 2008 Hilferuf an Außenministerium Appelle der EU, USA und Amnesty International
Wien/Teheran – Die österreichische Bahá’í-Gemeinde ist alarmiert über die jüngste Verhaftung von Anhängern der Bahá’í-Religion in Iran und hat sich um Hilfe für deren Freilassung an das Außenministerium in Wien gewandt. In der Stadt Schiras sind drei junge iranische Bahá’í wegen ihres sozialen Engagements zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden, teilt die Pressesprecherin der österreichischen Bahá’í-Gemeinde, Ottilie Käfer, mit.
Die drei Bahá’í hatten gemeinsam mit rund 50 anderen Personen, darunter auch Moslems, ein von den Behörden gebilligtes soziales Bildungsprojekt für Kinder organisiert. Es handelt sich dabei um die beiden jungen Frauen Haleh Ruhi (29) und Raha Sabet (33) sowie um Herrn Sasan Taqva. Sie befinden sich in der Haftanstalt des iranischen Geheimdienstes in Schiras. Enge Familienangehörige dürfen die Inhaftierten einmal die Woche besuchen. „Der Besuch darf nur drei Minuten dauern. Die Häftlinge werden mit verbundenen Augen von ihrer Zelle in den Besucherraum gebracht. Der Wärter entfernt die Augenbinde für den Besuch und verbindet die Augen des Häftlings, ehe er diesen wieder in die Zelle führt“, sagte die Bahá’í- Sprecherin. Die drei Inhaftierten haben ihren Angaben zufolge auch keinen Zugang zu einem Rechtsanwalt, obwohl sie sich darum bemühen. Die Behörden werfen den drei Bahá’í vor, dass sie bei diesem Sozialvorhaben indirekt ihren Glauben gelehrt hätten, was aber nicht der Fall war, wie die Sprecherin betonte.
Die Europäische Union zeigt sich über die Verhaftung der drei Bahá’í ernsthaft besorgt und hat sich diesbezüglich vor kurzem an Teheran gewandt. Das Außenamt in Washington hat in einer am 23.Jänner 2008 veröffentlichten Erklärung die iranische Regierung aufgefordert, alle Personen freizulassen, die ohne fairen Prozess inhaftiert sind einschließlich der drei Bahá’í. Amnesty International hat sich ebenfalls der drei in Schiras inhaftierten Bahá’í angenommen, befürchtet deren Folter und Misshandlung und hat an den Iran für ihre Freilassung appelliert.
Die Verfassung der Islamischen Republik Iran anerkennt nur die Zoroastrier, Juden und Christen als religiöse Minderheit. Die Bahá’í, deren Glaube im 19.Jahrhundert von Bahá’u’lláh (1817-1892) gestiftet wurde, gelten als „Abtrünnige vom Islam“ und wurden von Anfang an aus rein religiösen Gründen verfolgt. Mit der Gründung der Islamischen Republik 1979 werden die Bahá’í planmäßig verfolgt; und über 200 Gläubige wurden wegen ihrer Religion hingerichtet. Die Bahá’í glauben an den göttlichen Ursprung aller Religionen und setzen sich für den Abbau von Vorurteilen und den Weltfrieden ein.
Für den Inhalt verantwortlich: Büro für auswärtige Angelegenheiten der Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich Rückfragen: Ottilie Käfer, Handy 0664 3202927, E-Mail otti.kaefer@tele2.at |
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