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Österreichisch-amerikanisches Filmduo erobert die südafrikanische Filmindustrie


14. September 2007




Am 19.August lief in ganz Südafrika und den benachbarten Ländern ein einstündiger Dokumentarfilm von Leyla und Ryan Haidarian über den Bahá’í-Glauben. Der Film wurde vom südafrikanischen öffentlich-rechtlichen Sender, SABC, in Auftrag gegeben.

 

“Wir hatten genau zwei Monate und kein Vorschuss-Budget, um den Film herzustellen”, sagt Leyla Tavernaro Haidarian, die den Film geschrieben und koproduziert hat. Die gebürtige Tirolerin lebt seit über vier Jahren mit ihrem Ehemann und Regisseur, dem Texaner Ryan Haidarian, in Südafrika. Zusammen produzieren sie in Johannesburg Filme und Fernsehprogramme, darunter der Oscar-Preisgekrönte Film, “Tsotsi”.

 

“Wir arbeiten beide ganztägig, aber als der Sender uns um einen Film über den Bahá’í-Glauben gebeten hat, haben wir uns sofort an die Arbeit gemacht.”

 

Der Film “Bahá’í Faith – A Way Forward” (auf Deutsch: Der Bahá’í-Glaube – Ein Weg in die Zukunft) besteht aus den Geschichten dreier Bahá’í, die die Prinzipien des Glaubens in ihrem Leben verinnerlicht haben und an deren Lebensstil man die Konseqeunzen der Lehren Baha’u’llahs erkennt.” Darum auch das Motto des Filmes, “Lass Taten nicht Worte deine Zierde sein”.

 

Mama Eunice ist eine afrikanische Bahá’í aus einem der Slums um Johannesburg. Seit über zehn Jahren kümmert sie sich, in ihren 4 Zimmern, um hunderte Waisenkinder. Da sie selbst keine Kinder bekommen konnte, begab sie sich auf die Suche nach einem Sinn in ihrem Leben. Der Glaube bot ihr eine Vision und sie fand bald ihre Berufung.

 

Mama Eunice schickt ihre Kinder in die Schule, schenkt ihnen mit Kinderklassen und Andachten eine geistige Grundlage und achtet besonders darauf, dass ihre Mädchen gebildet werden und Charakterstärke entwickeln. Das ist, in einer Gesellschaft, die von AIDS befallen ist, überaus wichtig.

 

Dr. Iraj Abedian fand im Iran als Teenager zum Bahá’í-Glauben, als er in seiner Heimatstadt, Kashan, drei Jugendliche sah, die wegen ihres Glaubens verprügelt wurden. Der Familienvater, und nun prominente Wirtschaftsexperte, kam im 25. Lebensjahr mit einem Koffer und ohne Englisch-Kenntnisse nach Südafrika und ist nun einer der führenden Beratungskräfte der südafrikanischen Regierung. Alle seine Projekte und Unternehmen sind auf die Schriften und Gesetze des Bahá’í-Glaubens zurückzuführen.

 

Iraj Abedian hat, zum Beispiel, ein kollektives Hausfinanzierungsprogramm ins Leben gerufen, welches weniger-verdienenden Menschen hilft, ein Haus zu finanzieren. In Südafrika bedeutet dies, dass sich nun ein Grossteil der Gesellschaft, wie z.B. Polizisten und Krankenschwestern, ein Haus leisten kann, wobei diese wichtige Anlage bis dahin nur einem sehr kleinen Prozentsatz der Bevölkerung vorbehalten war.

 

Tahirih Matthee ist eine Bahá’í mit indisch-malaysischer Herkunft und wird in Südafrika als ‘farbig’ bezeichnet. In ihrem Beruf geht es darum Studenten, die noch nie mit Computern oder dem Internet zu tun hatten, die Elektronie näher zu bringen. In ihren Kursen sitzen Studierende aus allen Ecken Südafrikas, nicht zuletzt aus den Dörfern und Kleintstädten, wo HIV/AIDS zum Alltag gehört.

 

Im Einklang mit den Bahá’í-Prinzipien bietet sie in ihren Kursen Aufklärung über die Pandemie und fördert im Unterricht die Gleichberechtigung der Geschlechter. Sie ergreift besondere Massnahmen, um den Mädchen in ihrer Klasse den erfolgreichen Abschluss zu ermöglichen. Daheim hat sie drei eigene Kinder und ein Adoptiertes.

 

Über diese Schicksale hinaus, schneidet der Film auch die Verfolgungen der Bahá’í im Iran an und beschreibt die aufregenden Tage des Glaubens während der Apartheid, als schwarze und weisse Bahá’í sich vereint und geschickt durch die dunkelste Epoche Südafrikas bewegten.

 

“Wir hatten wirklich nur Wochenenden und Abende zur Verfüngung für die Produktion dieses Films. Wir hatten eine Kamera und uns beide als Crew, aber Gottseidank ist alles rechtzeitig fertig geworden”, sagt Leyla.

 

Die potenzielle Zahl der Zuseher lag bei etwa 50 millionen + und es wurden bereits tausende DVDs des Films im internet verkauft. Der Film ist in voller länge auf www.doubletake.tv zu sehen, zu downloaden und die DVD zu bestellen. Doubletake ist eine Website von Leyla and Ryan Haidarian, wo auch weitere Dokus zu sehen sind.

 

Die Reaktionen auf den Film in Südafrika waren bis jetzt überwältigend und es werden Möglichkeiten in Betracht gezogen eine synchronisierte Version im dveutschsprachigen Raum zu zeigen. Hier die Links zum Thema:

 

Doubletake.tv:

www.doubletake.tv

 

Bahá’í Südafrika:

www.bahai.org.za

 

Baha'i World News Service:

www.bahaiworldnews.org/story/573








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