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Bahá’í-Gemeinde in Iran von Ausmerzung bedroht


08. March 2007




Übergriffe auf Schulkinder halten unvermindert an – Massive Diskriminierungen sollen Existenz der größten religiösen Minderheit des Landes vernichten

 

Wien/New York - Die österreichische Bahá’í-Gemeinde ist über die anhaltende Verfolgung der Bahá’í in Iran alarmiert. „Schulkinder sind weiterhin drastischen Einschüchterungen und Demütigungen ausgesetzt. Und verschärfte Repressalien bedrohen die Lebensfähigkeit dieser über 300.000 Mitglieder zählenden größten religiösen Minderheit des Landes“, teilte die Pressesprecherin der Religionsgemeinschaft der Bahá’í in Österreich, Ottilie Käfer, mit.

 

Zusätzlich zu den Erniedrigungen und anderen Formen des psychologischen Drucks, dem Bahá’í-Schulkinder ausgesetzt werden, um sie zum Übertritt in den Islam zu drängen, hat das Unterrichtsministerium unlängst eine Kampagne zur „Ausbildung“ von Schullehrern im ganzen Land gestartet, bei der sie lernen, wie sie die Schüler und Schülerinnen vom Bahá’í- Glauben abbringen können.

 

Bahá’í vom Studium ausgeschlossen

 

Auch Bahá’í-Studenten haben unter den Diskriminierungen zu leiden. Nachdem die iranische Regierung im Herbst 2006 zum ersten Mal seit 25 Jahren – offensichtlich auf Grund von Resolutionen der UNO und der EU sowie weltweiter Proteste von Universitätsprofessoren darunter auch aus Österreich – eine begrenzte Zahl von 178 Bahá’í zum Studium zugelassen hat, sind davon bereits 104 Studenten ausschließlich wegen ihrer Zugehörigkeit zur Bahá’í-Religion vom Studium ausgeschlossen worden.

 

Ottilie Käfer verweist auf einen Bericht, den die Hauptrepräsentantin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in New York, Bani Dugal, vor kurzem präsentierte und der die Diskriminierungen gegen die Bahá’í in den vergangenen sechs Monaten auflistet. „Der Bericht beweist eindeutig, dass die iranische Regierung die beängstigende Strategie des Geheimpapiers des Obersten Revolutions-Kulturrates von 1991 fortsetzt,. welches die allmähliche Auslöschung der Bahá’í-Gemeinde im Iran vorsieht, ohne dass dies weltweit Aufsehen erregen soll“, so die Pressesprecherin.

 

Verfolgung hat Methode

 

Die methodisch geplanten Übergriffe gehen vom iranischen Informationsministerium aus und sollen die iranische Bahá’í-Gemeinde in Angst versetzen, sie physisch verwundbar machen, ihr jegliche Sicherheit nehmen und die Gemeinde destabilisieren. Nach wie vor erscheinen in den iranischen Medien, darunter der einflussreichen staatlichen Tageszeitung „Kayhan“, den Bahá’í-Glauben diffamierende Artikel, um die Bevölkerung gegen die Bahá’í aufzuhetzen.

 

Ferner verstärken die Behörden ihre Bemühungen, die Bahá’í zu identifizieren und Informationen über sie zu sammeln. Beobachter der Menschenrechtslage im Iran haben dies mit dem Vorgehen gegen die Juden zu Beginn des Nationalsozialismus in Deutschland verglichen, wo zunächst methodisch Informationsmaterial über die Juden angelegt wurde, um dann gezielt ihre Existenz vernichten zu können. „Die in letzter Zeit zunehmenden Repressionen gegen die Bahá’í sind beängstigende Indizien dafür, dass die iranische Regierung eine weitere Eskalation der Verfolgung einer friedfertigen religiösen Minderheit vorbereitet“, betonte Ottilie Käfer.

 

 

Für den Inhalt verantwortlich:

Büro für auswärtige Angelegenheiten der

Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich

 

Rückfragen: Ottilie Käfer, Handy 0664 3202927


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