Baha'i Oesterreich

Institut für Religionswissenschaft bietet Information über die Bahá’í-Religion


21. April 2007




Wien - Am 17.April 2007 fand ein Privatissimum von Univ.-Prof.DDr.Johann Figl im Institut für Religionswissenschaft der Universität Wien statt, zu dem der renommierte Religionswissenschafter zwei Bahá’í eingeladen hatte, damit sie über „Das Selbstverständnis der Bahá’í-Religion“ referieren, wie es in der Programmankündigung für die teilnehmenden Habilitanden, Doktoranden und Diplomanden hieß, von denen rund 25 gekommen waren, darunter zwei Studierende aus Afrika.

 

Professor Figl, Vorstand des Institutes für Religionswissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, erklärte in seinen einleitenden Worten, wie wichtig es für Religionswissenschafter sei, über neue Religionen von kompetenten Glaubensangehörigen selbst zu erfahren, und drückte seine Wertschätzung für die Bahá’í-Religion aus, über die er selbst schon einige Publikationen veröffentlicht hat.

 

Der Veranstaltung waren drei Stunden gewidmet mit einer Pause. So bot sich ausreichend Gelegenheit, wichtige Aspekte des Bahá’í-Glaubens zu erläutern. Das erste Thema befasste sich - dem Programm folgend - mit dem Gottes“begriff“ und der Prophetologie in der Bahá’í-Religion. Dazu einige Stichworte zu den Ausführungen von Alex Käfer, Autor des Buches über die Geschichte der österreichischen Bahá’í-Gemeinde (Horizonte Verlag): Gott besitzt eine für den Menschen nicht erkennbare eigene Seinsstufe; durch die Gottesboten, „Manifestationen Gottes“, findet der Mensch aber Zugang zu Gott. Die Offenbarung Gottes ist fortschreitend und entspricht der Fassungskraft der Menschen und den Nöten der jeweiligen Epoche. Dazu wurden passende Worte Bahá’u’lláhs zitiert.

 

Spannende Diskussion

 

Alex Käfer verwies auch auf die in seinem Buch erwähnte Antrittsvorlesung von Professor Figl, die dieser 1987 über „Mystik und Dialog der Weltreligionen“ gehalten hatte und worin er das Gemeinsame der Religionen betonte, die gerade die Erfahrungen der Mystik miteinander verbinde. Der Mystiker spreche von dem, was er erfahren hat und nicht vom angelernten Wissen, dem Buchwissen. Und das bringe er auch in den Dialog mit anderen Religionen ein. Weil er selbst auf das Wesentliche, das Zentrum seines Glaubens schaue, blicke er - von Mitgefühl und Nächstenliebe getragen - auch bei den anderen Religionen nicht auf das Äußerliche und Trennende, sondern auf die Mitte.

 

Hier ergab sich eine spannende Diskussion, was den Kern einer Religion ausmache, und wie sich dieser von menschengemachter Theologie unterscheide.

 

Betroffenheit über Verfolgungen im Iran

 

Ottilie Käfer, Leiterin des Büros für auswärtige Angelegenheiten der Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich, sprach über die Verfolgungen der Bahá’í im Iran. Sie erläuterte den historischen Hintergrund und die jüngste Entwicklung, welche nun massive Repressalien auch gegen Schulkinder betreffen. Sie berichtete auch über die die Weltöffentlichkeit schockierende Hinrichtung einer Gruppe von zehn Bahá’í-Frauen- und -Mädchen, die 1983 in Schiras gehenkt wurden. Die Schilderung des tragischen Schicksals dieser standhaften Gläubigen, die sich weigerten, ihrem Glauben abzuschwören, was ihr Leben gerettet hätte, bewegte die Zuhörer.

 

 








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