Baha'i Oesterreich 
Suche:



Österreichische Bahá’í alarmiert: Schulkinder in Iran im Visier


11. April 2007




Wien/Teheran - Die Verfolgung der Bahá’í im Iran eskaliert. „Nun sind auch Kinder und Jugendliche, die verwundbarsten Mitglieder der iranischen Bahá’í-Gemeinde, massiven Repressionen ausgesetzt“, teilte die Pressesprecherin der österreichische Bahá’í-Gemeinde, Otttilie Käfer, mit. Bahá’í-Schüler und –Schülerinnen werden von ihren Lehrern und Schulverwaltern gezwungen, ihre Religionszugehörigkeit bekannt zu geben. Sie werden dann beschimpft, erniedrigt und unter Druck gesetzt, zum Islam zu konvertieren.

 

„Die Schüler müssen Verleumdungen ihres Glaubens durch religiöse Instruktoren über sich ergehen lassen und werden mit dem Ausschluss von der Schule bedroht, was in einigen Fällen auch geschah“, so die Pressesprecherin. Betroffen sind Schüler und Schülerinnen in Volks- und Mittelschulen, wobei in den höheren Klassen überwiegend Mädchen den massiven Diskriminierungen ausgesetzt sind. Es handelt sich um eine gezielte Kampagne der Behörden. Denn allein im Jänner und Februar 2007 wurden über 150 derartige Fälle aus zehn Städten berichtet.

 

Von den Diskriminierungen sind auch Bahá’í-Studenten betroffen: Bereits 94 von ihnen wurden im laufenden Studienjahr vom Universitätsstudium ausgeschlossen, nachdem bekannt geworden war, dass es sich um Bahá’í handelt. Mit weiteren zwangsweisen Exmatrikulationen von Bahá’í-Studenten muss gerechnet werden.

 

Medien-Hetzkampagne

 

Gleichzeitig erschienen auf den Websites der iranischen Online-Zeitung „Emrooz News“ sowie in der Regierungszeitung „Rouznameh-e-Jomhouri Eslami“ Artikel, in denen die Bahá’í-Gemeinde unter anderem als „perverse und kolonialistische Bahá’í-Sekte“ diffamiert und die Bemühungen der Bahá’í-Gemeinde lächerlich gemacht werden, Bahá’í-Studenten zu ermutigen, sich 2007 für die landesweiten Zulassungsprüfungen für ein Universitätsstudium anzumelden, nachdem in den Anmeldeformularen die Rubrik „Religion“ nicht mehr aufscheint.

 

Die Bahá’í-Religion, die im 19.Jahrundert im Iran entstand und dort heute über 300.000 Mitglieder zählt, ist von der iranischen Verfassung - im Gegensatz zum Judentum, Christentum und Zoroasterum – nicht anerkannt. Die Bahá’í glauben an den göttlichen Ursprung aller Religionen und treten für den Abbau von Vorurteilen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Seit der Machtübernahme durch Ajatollah Khomeini sind sie systematischer Verfolgung ausgesetzt.

 

„Die Bahá’í gelten als ungeschützte Ungläubige und sind fundamentaler Menschenrechte beraubt“, betonte Ottilie Käfer. Mit einer weiteren Verschärfung der Lage der Bahá’í im Iran müsse gerechnet werden. Die österreichische Bahá’í-Gemeinde sei alarmiert und habe sich an das Bundesaußenministerium um Hilfe für ihre bedrängte Schwestergemeinde im Iran gewandt.

 

Für den Inhalt verantwortlich:

Büro für auswärtige Angelegenheiten der

Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich

 

Rückfragen:

Ottilie Käfer

Handy: 0664 3202927

E-Mail: otti.kaefer(#)tele2.at


« Zurück zu: News
KalenderSeite druckenSitemap