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Experte für Genozid sorgt sich um Bahá'í im Iran


05. November 2006


Generalleutnant Romeo Dallaire hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der er die internationale Weltgemeinde dazu aufruft auf die andauernde Verfolgung der Bahá'í im Iran, die sie durch die dortige Regierung erfahren, zu achten.
Generalleutnant Romeo Dallaire hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der er die internationale Weltgemeinde dazu aufruft auf die andauernde Verfolgung der Bahá'í im Iran, die sie durch die dortige Regierung erfahren, zu achten.


Ottawa, 29. September 2006 - Romeo Dallaire, ein kanadischer Senator und General a.D., der den Einsatz der Friedenstruppen der Vereinten Nationen in Ruanda während des Völkermords dort befehligte, forderte die Internationale Gemeinschaft öffentlich auf, sich darauf vorzubereiten, die Bahá’í im Iran vor möglichen Übergriffen in Schutz zu nehmen.

 

„Im Iran, wie auch in anderen Gegenden, wie beispielsweise in Darfur, wo Unrecht geschieht, muß die Internationale Gemeinschaft eingreifen können, bevor Zivilisten zu Schaden kommen," sagte General Dallaire in einer Mitteilung vom 26. September 2006.

 

"Seit dem Holocaust während des Zweiten Weltkrieges haben Regierungen immer wieder den Satz "nie wieder" wiederholt. Und doch kommen Übergriffe vor,"

 

"Auch wenn Bösewichte nach ihren Vergehen bestraft werden, so ist dies als weltweite Reaktion auf kulturelle Säuberungen oder andere Verbrechen gegen die Menschheit sehr unzureichend," sagte er.

 

General Dallaire verwies auf die kürzliche Entdeckung eines Geheimdokuments, in dem die obersten iranischen Befehlshaber die Staatssicherheit, die Armee, Polizei und Revolutionsgarde auffordern, Listen von den iranischen Bahá’í zu erstellen und sie zu überwachen.

 

"Solche Bestandsaufnahmen und das Ins-Visier-nehmen von Zivilisten aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen oder Rassenzugehörigkeit ist der erste hässliche Schritt zu systematischer Gewalt und Verbrechen gegen die Menschheit," sagte General Dallaire.

 

Pressekampagne gegen die Bahá’í im Iran

 

General Dallaire drückte auch seine Sorge über eine von der Regierung finanzierte Pressekampagne gegen die Bahá’í im Iran aus.

 

"Aus meiner Erfahrung in Ruanda und mit anderen Konflikten weiß ich, daß die Welt sehr genau hinschauen sollte, wenn die Medien eines Landes damit anfangen, Hasspropaganda gegen eine Bevölkerungsgruppe zu schüren," sagte er.

 

Er merkte auch an, dass die willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen von Bahá’ís im Iran zunehmen.

 

"Ich mache mir große Sorgen darüber, daß die iranischen Bahá’í von dem Regime mit den verwerflichsten Absichten gezielt ins Visier genommen werden," sagte General Dallaire.

 

General Dallaire befehligte die Friedenstruppen der Vereinten Nationen als General der kanadischen Armee 1994, als 800,000 Männer, Frauen und Kinder innerhalb von 100 Tagen ermordet wurden.

 

Geschockt über den weltweiten Unwillen, einzugreifen und den Völkermord zu beenden, setzt sich General Dallaire seither für die Beilegung von Konflikten und das Einhalten von Gesetzen ein.

 

Der pensionierte General wurde 2005 in den kanadischen Senat ernannt, wo er Quebec repräsentiert. General Dallaire ist Autor des Buches "dem Teufel die Hand schütteln", in dem er seine Erfahrungen in Ruanda beschreibt. Vor kurzem wurde er bei den Vereinten Nationen in das Komitee zur Verhinderung von Völkermord berufen.


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