Iran beschlagnahmt Bahá'í-Eigentum12. July 2006 UNO-Sonderberichterstatter ist besorgt über Diskriminierung von Bahá’í Wien/Genf - Bahá'í im Iran sind diskriminierender Wohnraumpolitik, einschließlich "dem Missbrauch der Beschlagnahmung von Eigentum" ausgeliefert, heißt es in einem Bericht der Vereinten Nationen, der kürzlich in einer Pressekonferenz in Genf präsentiert wurde.
Mindestens 640 Bahá'í-Besitztümer wurden seit 1980 beschlagnahmt, so UNO- Sonderberichterstatter für angemessenen Wohnraum Miloon Kothari, der den Bericht verfasste und den Medien am 29. Juni vorlegte.
"Die aufgelisteten Besitztümer beinhalten Häuser und Ackerland, aber auch Heilige Stätten der Bahá'í wie Friedhöfe und Schreine", sagte Kothari. "Die betroffenen Besitzer beteuern, sie hatten weder die Möglichkeit einzugreifen noch von geplanten Beschlagnahmungsvorgängen vorher etwas zu erfahren."
Er erläuterte, dass viele Beschlagnahmungen beispielsweise vom Iranischen Revolutionsgericht durchgeführt wurden und dass einige der Urteile, die er untersuchte, behaupten, dass "die Beschlagnahmung von Eigentum 'der bösen Bahá’í-Sekte' legal und religiös gerechtfertigt (seien)“.
In ländlichen Gebieten gingen solche Beschlagnahmungen vor und während der gewaltsamen Räumung oft Hand in Hand mit Drohungen und physischer Gewalt, sagte er.
Herr Khotari betonte, dass er "besorgt über die klaren Beweise diskriminierenden Verhaltens gegenüber Bahá'í-Eigentum einschließlich von Wohnraum" sei.
Während der Pressekonferenz sagte Herr Khotari, dass er ständig Berichte über Bahá'í erhalte, deren Land beschlagnahmt wurde.
Hohe Kautionen als Methode der Enteignung
"In den vergangenen zwei Jahren hat die Zahl der prominenten Bahá'í, die ohne irgendeine Anklage festgenommen und dann gegen eine sehr hohe Kaution freigelassen wurden, zugenommen," sagte Herr Khotari laut Voice of America.
"Und der einzige Weg diese Kaution zu hinterlegen ist, mit ihrem Besitz zu bürgen. Dies scheint eine weitere Methode von Enteignung zu sein."
Der Jahresbericht, Teil eines sechsjährigen Mandats zur Untersuchung weltweiter Wohnraumpolitik in Bezug auf das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard, konzentrierte sich in diesem Jahr auf Themen der Wohnraum-Diskriminierung und stützte sich umfassend auf Besuche Herrn Kotharis im Iran und in Kambodscha im Jahr 2005.
Der Bericht sollte der Menschenrechtskommission im März vorgelegt werden, durch den Übergang zum neuen Menschenrechtsrat verschob sich die offizielle Bekanntgabe durch Kothari jedoch auf letzte Woche.
Konfiskationen sind Teil der systematischen Verfolgungen
Diane Alai, Repräsentantin der Bahá'í International Community bei den Vereinten Nationen in Genf, sagte, der Bericht bestätige, dass Beschlagnahmungen von Eigentum Teil der systematischen Verfolgung der Bahá'í im Iran seien.
"Leider ist das, was Herr Khotari belegen konnte, ein ständiges Problem für die iranischen Bahá'í", sagte Frau Alai. "Beschlagnahmung von Eigentum, das Verbot des Zugangs zu höherer Bildung, Diskriminierung am Arbeitsplatz und das Verbot jeglicher religiöser Aktivität von Bahá'í spiegeln die groß angelegte Kampagne der iranischen Regierung wider, die Bahá'í-Gemeinde im Iran langsam auszulöschen und gleichzeitig eine internationale Verurteilung zu vermeiden."
Vollständiger Bericht unter: info.bahai.org/pdf/un_29-06-06.pdf Mehr über die Situation der Bahá'í im Iran, unter: www.bahai.org/persecution/iran |
|
| « Zurück zu: News | |

