Sorge um die Bahá'í im Iran25. March 2006 Vereinte Nationen, 20. März - Vertreter der Internationalen Bahá’í-Gemeinde reagierten heute besorgt auf das offizielle Statement der Vereinten Nationen über die Aktionen der iranischen Regierung gegen die Bahá'í im Iran. Die Sonderberichterstatterin für Religions- und Glaubensfreiheit, Asma Jahangir, sagte, dass sie sehr besorgt sei und drückte ihre Befürchtungen in einer Presseerklärung aus. Dabei ging es um "einen vertraulichen Brief, der am 29. Oktober 2005 vom Hauptquartier des Oberkommando-Vorsitzenden der Streitkräfte im Iran an einige Regierungsstellen verschickt wurde".
"Der Brief", so Jahangir "erging an das Nachrichtenministerium, die Revolutionswache, die Polizeikräfte und legt dar, dass der Höchste Führer, Ayatollah Khamenei, das Oberkommando-Hauptquartier instruiert hätte, Personen zu identifizieren, die der Bahá’í-Religion angehören und deren Aktivitäten zu überwachen. Dieser Brief fordert seine Empfänger in höchst vertraulicher Form weiter auf, so viel wie mögliche Informationen über die Mitglieder der Bahá’í-Religion zu sammeln."
"Wir sind dankbar, dass Frau Jahangir diese Aktion ans Licht gebracht hat", sagte Bani Dugal, Vertreterin der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen. "Wir teilen ihre Sorge um das Wohl der Bahá’í und schaudern beim Gedanken daran, was das bedeuten könnte. Aufgrund der unvorhergesehenen Art dieser Handlung der Regierung, richten wir einen Antrag an den Botschafter des Iran um Aufklärung."
Auch Frau Jahangir "erachtet solches Überwachen als eine unerlaubte und inakzeptable Störung der Rechte der Mitglieder eine religiösen Minderheit."
"Die Besorgnis der Sonderberichterstatterin, dass solche Informationen als 'Grundlage für verstärkte Verfolgung und Diskriminierung gegenüber den Bahá’í dienen könnte’, ist offensichtlich wohlbegründet", sagte Frau Dugal.
Solche Aktionen gehen einher mit vermehrten Angriffen der Medien auf die Bahá’í, die von der Art her bereits in der Vergangenheit regierungsgelenkten Übergriffen auf die Bahá’í im Iran vorangingen. "Kayhan", die offizielle Tageszeitung Teherans, hatte in den letzten Wochen mehr als 30 Artikel über die Bahá’í veröffentlicht, alle verleumderisch und dazu gedacht, Provokation zu verursachen. Radio- und Fernsehsendungen haben ebenso in ihren Berichten die Bahá’í und deren Glauben verurteilt. Zusätzlich wird die Angst um die Bahá’í dadurch verstärkt, dass der Einfluss der Anti-Bahá’í-Gesellschaft "Hojjatieh" auf iranische Regierungskreise zugenommen hat - einer Organisation, die sich die Zerstörung der Bahá’í-Religion zum Ziel gesetzt hat.
"Wir wissen zu gut, was hasserfüllte Propaganda bewirken kann; die neuere Geschichte zeigt viele Beispiele der schrecklichen Folgen. Wir richten einen dringenden Appell an alle Nationen im Namen unserer iranischen Mitgläubigen, dass sie nicht gestatten, dass sich eine friedensliebende und sich an das Gesetz haltende Gemeinde der Extreme stellen muss, zu der Hass führen kann," sagte Frau Dugal. „Die grässlichen Taten, die sich bereits in der Vergangenheit aus solchen Umständen ergeben haben, sollten nicht erlaubt werden wiederholt zu werden. Nicht noch mal."
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