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Österreichische Bahá’í über Schicksal inhaftierter Mitgläubiger im Iran alarmiert


20. October 2009

Prozess wegen „Spionage für Israel“ gegen sieben Bahá’í im Iran neuerlich verschoben

Wien/Teheran – Der Prozess gegen sieben führende Bahá’í, die seit rund eineinhalb Jahren im berüchtigten Evin-Gefängnis in Iran inhaftiert sind, wurde neuerlich verschoben. Der Prozess hätte am Sonntag, 18.Oktober, vor einem Revolutionsgericht stattfinden sollen. Ein neuer Prozesstermin wurde nicht bekannt gegeben, teilte die Pressesprecherin der österreichischen Bahá’í-Gemeinde, Ottilie Käfer, mit.




Die sieben Bahá’í, darunter zwei Frauen, sollen nach offiziellen iranischen Medien u.a. wegen „Spionage für Israel“ und „Verbreitung von Verderbtheit auf Erden“ angeklagt werden, was mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Diese Vorwürfe werden von der internationalen Bahá’í-Gemeinde entschieden zurückgewiesen. „Die Bahá’í erweisen sich in jedem Land, wo sie leben, ihren Glaubensgrundsätzen gemäß als loyale Staatsbürger“, betonte Käfer. „Die sieben Bahá’í sind lediglich wegen ihrer Zugehörigkeit zur Bahá’í-Religion inhaftiert.“ Die österreichische Bahá’í-Gemeinde ist tief besorgt ob der Ungewissheit über das Schicksal ihrer Mitgläubigen im Iran.

 

Die Anwälte der Bahá’í hätten zwei Tage vor Prozessbeginn eine offizielle Ladung erhalten müssen, was nicht geschah. Dies und der Umstand, dass kein neues Datum für den Prozess genannt wurde, widerspricht selbst iranischem Gesetz.

 

Die sieben Inhaftierten sind Frau Fariba Kamalabadi, Herr Jamaloddin Khanjani, Herr Afif Naeimi, Herr Saeid Rezaie, Frau Mahvash Sabet, Herr Behrouz Tavakkoli und Herr Vahid Tizfahm. Da die Bahá’í-Administration im Zuge der islamischen Revolution verboten wurde, koordinierten diese sieben Bahá’í in einer Art Notverwaltung die Angelegenheiten der rund 300.000 Mitglieder zählenden iranischen Bahá’í-Gemeinde.

 

Die Bahá’í-Gemeinde im Iran, die größte religiöse Minderheit des Landes, ist in der Verfassung nicht als schutzwürdige Minderheit anerkannt, im Gegensatz zu den Christen, Juden und Zoroastriern. Religionsstifter Bahá’u’lláh (1817-1892) erhob in seinem Geburtsland Persien im 19.Jahrhundert den Anspruch, ein neuer Gottesbote zu sein. Er verkündete, dass alle Religionen göttlichen Ursprungs sind. Die Bahá’í setzen sich u.a. für Menschenrechte, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, den Abbau von Vorurteilen und universale Erziehung ein.

 

Für den Inhalt verantwortlich:

Büro für externe Angelegenheiten der

Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich

 

Rückfragen: Ottilie Käfer, Handy 0664 3202927, E-Mail otti.kaefer@tele2.at

 








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