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Österreichische Bahá’í alarmiert: Neue Anschuldigung gegen Bahá’í im Iran


29. March 2009




Wien//Teheran – Sieben Bahá’í, welche die Angelegenheiten der iranischen Bahá’í-Gemeinde koordinierten und sich seit nunmehr einem Jahr im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran befinden, sind mit einer neuen, bedrohlichen Anschuldigung konfrontiert, der „Verbreitung von Verderbtheit auf Erden“. Die österreichische Bahá’í-Gemeinde ist ob dieser jüngsten Entwicklung alarmiert und hat sich um Hilfe an das Außenministerium gewandt.

 

Der Anwältin der Inhaftierten, der Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi, werden Zugang zu ihren Mandanten und Akteneinsicht verwehrt. Noch im Februar 2009 wurde eine Verurteilung wegen „Spionage für Israel, Beleidigung religiöser Gefühle und Propaganda gegen die Islamische Republik“ angekündigt. Doch internationale Proteste führten offensichtlich zu einem Aufschub. „Diese Anklagepunkte sind völlig haltlos und konnten offensichtlich nicht nachgewiesen werden“, sagte Ottilie Käfer, Sprecherin der Bahá’í-Religionsgemeinschaft in Österreich. „Die neue Anschuldigung ist beliebig interpretierbar und kann nach der iranischen Strafrechtsnovelle mit der Todesstrafe geahndet werden,“ äußerte sich die Bahá’í-Sprecherin besorgt.

 

Unterdessen haben sich die willkürlichen Festnahmen von Bahá’i intensiviert. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden 43 Bahá’í festgenommen. Die zunehmende Verfolgung der Bahá’í sei ein Beweis dafür, dass die iranische Führung entschlossen sei, die Lebensfähigkeit der Bahá’í-Gemeinde im Iran zu zerstören, so Ottilie Käfer.

 

Bei den Mitgliedern des am 14.Mai 2008 verhafteten Führungskreises, der – in Kenntnis der iranischen Behörden – die Angelegenheiten der Bahá’í-Gemeinde koordinierte, handelt es sich um Frau Fariba Kamalabadi, Herrn Jamaloddin Khanjani, Herrn Afif Naeimi, Herrn Saeid Rezaie, Herrn Behrouz Tavakkoli und Herrn Vahid Tizfahm. Frau Mahvash Sabet wurde bereits am 5.März 2008 verhaftet.

 

Mit rund 300.000 Mitgliedern stellen die Bahá’í im Iran die größte, aber nicht anerkannte religiöse Minderheit im Iran. Sie gelten als „Abtrünnige“ vom Islam und sind daher schwerwiegenden Diskriminierungen ausgesetzt. Der im 19.Jahrhunder von Bahá’u’lláh (1817-1892) gestiftete Bahá’í-Glaube zählt heute weltweit über fünf Millionen Anhänger. Er lehrt die grundsätzliche Einheit der Religionen und tritt für die volle Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.

 

Für den Inhalt verantwortlich:

Büro für externe Angelegenheiten der

Bahá’í-Religionsgemeinschaft Österreich

Rückfragen: Ottilie Käfer, Handy 0664 3202927, E-Mail office.ea@at.bahai.org

 








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